Tradition und Moderne

18.04.2011

27 Jahre Knochen- und Gelenkchirurgie im Lubinus Clinicum Kiel

Leitender Arzt Dr. Laprell (re), Ltd. Oberarzt Dr. Benning (li)
Leitender Arzt Dr. Laprell (re), Ltd. Oberarzt Dr. Benning (li)

Nach dem Umzug des Lubinus Clinicums an den Steenbeker Weg 25 in der Wik wurde hier im Jahr 1984 die Abteilung für Unfallchirurgie und arthroskopische Chirurgie gegründet. In ihrem Spektrum ist die Abteilung vor allem operativ ausgerichtet und weist durch inzwischen 3300 operative Eingriffe pro Jahr im ambulanten und stationären Bereich eine entsprechend breite Erfahrung auf dem Gebiet der Gelenk- und Knochenversorgung auf.

Unter der Leitung von Chefarzt Dr. Laprell war die Klinik zusätzlich zur Notfallbehandlung von Anfang an Wegbereiter im Bereich moderner Verfahren der gelenkerhaltenden und gelenkrekonstruktiven Chirurgie. Der Grundgedanke ist hierbei, jedem Patienten ein für ihn maßgeschneidertes Konzept zur Erhaltung seines Funktionsanspruches an seine Mobilität für Sport und Alltag anbieten zu können. Ziel ist hierbei immer nach Möglichkeit eine Wiederherstellung der ursprünglichen Gelenkanatomie und Funktion bei verletzungs- oder verschleißbedingten Schäden. Erst am Ende der Möglichkeiten und Verfahren sollte dabei nach unserer Auffassung ein vollständiger Gelenkersatz stehen.

Sehnenriss der Schulter im arthroskopischen Bild
Sehnenriss der Schulter
im arthroskopischen Bild

Zur individuellen Problemlösung stehen hierbei breitgefächerte operative Methoden zur Verfügung. Schonende arthroskopische Eingriffe an der Schulter werden auch zur Sehnenrekonstruktion oder zur Stabilisierung bei Schulterinstabilität angeboten. Im Gegensatz zu ausgedehnten offenen Schulteroperationen ist die Schmerzintensität nach der Operation deutlich reduziert, und damit eine schnellere Genesung möglich. Im Bereich des Hüftgelenkes ist die Gelenkspiegelung eine noch junge Technik, die aber gerade im Frühstadium des Gelenkverschleisses oft eine gute Beschwerdelinderung durch Abtragen störender Verschleißumformungen erreichen kann. Gerade bei jüngeren Patienten lässt sich hierdurch oftmals der Zeitpunkt eines künstlichen Gelenkes deutlich nach hinten verschieben.

Knorpelersatz bei Verschleiss im Kniescheibengleitlager
Seitliches Röntgenbild eines
metallischen Knorpelersatzes bei
Verschleiss im Kniescheibengleitlager

Das Kniegelenk steht im Mittelpunkt sportbedingter Verletzungen. Hierbei ist die anatomiegerechte und schonende Rekonstruktion von Meniskusschäden, Knorpelverletzungen und Bandschäden unbedingte Voraussetzung zur Vermeidung späterer Verschleißschäden. Neben modernen Meniskusnahttechniken verfügt die Klinik im norddeutschen Raum sicher mit über die längsten Erfahrungen im Bereich des Meniskusersatzes mittels künstlicher Implantate. Dieses Verfahren kommt im Lubinus Clinicum seit nunmehr drei Jahren zur Anwendung. Für verletzungsbedingte Knorpelschäden kommt oft auch ein Knorpelaufbau durch Züchtung körpereigener Knorpelzellen, der so genannten autologen Chondrozytenimplantation, in Frage. Hierfür ist die Klinik von Seiten der Krankenkassen zugelassen, so dass für den Patienten hierbei keine eigenen Kosten entstehen.

Auch bei bereits eingetretenen Verschleißschäden kann durch ein individuell angepasstes Konzept der komplette Gelenkersatz oftmals vermieden werden. Zur Anwendung kommt hierbei die Gelenkentlastung durch eine Beinachskorrektur bei einseitigem Gelenkverschleiß, der metallische Knorpelersatz nur der stark betroffenen Flächen bei Erhalt des übrigen Gelenks oder auch der Verschluss kleinerer Verschleißdefekte durch Kunstknorpelzylinder.

Durch die Infrastruktur eines Clinicums mit modernem Zentral-OP, Notfall-CT sowie großer Anästhesieabteilung mit Intensivstation besteht auch für vorerkrankte oder ältere Patienten eine qualitativ hochwertige perioperative Überwachung und alle Interventionsmöglichkeiten in Notfallsituationen. Dazu ist durch die Anwendung moderner Anästhesietechniken, wie z.B. Nervenblockaden bei Schulteroperationen, eine größtmögliche Schmerzarmut nach operativen Eingriffen gewährleistet.

Durch die enge Anbindung des ambulant tätigen Medizinischen Versorgungszentrums ist die Verzahnung von Sprechstunde und stationärer Versorgung hervorragend, so dass der Patient zwischen Diagnose und Therapie sozusagen in einer Hand bleibt. Dadurch wird Informationsverlust vermieden und ein besseres Behandlungsergebnis ermöglicht. Dabei gibt es dem Patienten auch die Möglichkeit, gerade bei komplexeren Operationen die Nachbehandlung in der operierenden Einrichtung überwachen zu lassen. Zuweisungsmöglichkeiten gibt es für jeden ambulant tätigen Arzt. Ein vorheriger Facharztbesuch ist zur Inanspruchnahme der MVZ-Praxen keine Vorbedingung.

Sollten Spezialisten auf anderen Fachgebieten erforderlich werden, gibt es kurze Wege zu den ebenfalls im Haus vorhandenen Spezialabteilungen für endoprothetischen Gelenkersatz, Wirbelsäulenchirurgie, Handchirurgie, Fußchirurgie sowie Plastische Chirurgie.

Gesundheitswesen, April 2011

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