Fusschirurgie bei Diabetes und Gefäßerkrankungen
Die Zahl der Blutzuckerkranken steigt mit dem Ausmaß der Überernährung und dem Alter einer Gesellschaft. 15% aller Personen über 65 Jahre leiden an Diabetes, davon entwickeln 20% in ihrer Leidensgeschichte Fußentzündungen. Der Begriff "Der diabetische Fuß" ist ein Sammelbegriff für verschiedene Folgeerkrankungen/Störungen, die durch die chronische diabetische Gefäßerkrankung (Angiopathie), Nervenerkrankung (Neuropathie) sowie Abwehrschwäche hervorgerufen oder begünstigt werden. Typische Komplikationen beim diabetischen Fuß sind Empfindungsstörungen, Geschwüre, Weichteil- oder Knochenentzündungen.
Problematisch ist das fehlende Gefühl im Fuß: die Schmerzen, die beim Gesunden als Warnsignal dienen, fehlen beim Diabetiker. Wo der Gesunde eine Wunde oder drohende Überlastung rechtzeitig bemerkt, belastet der Diabetiker weiter.
Das diabetische Geschwür ("Ulkus") entsteht meist durch Drucküberlastung des Weichteilgewebes. Diese führt zum Zusammenbruch der Gewebestrukturen und schließlich zum Absterben von Hautarealen ("Nekrosen"). Einfache (nicht entzündete) Geschwüre erfordern rechtzeitig eine gezielte Versorgung durch Druckentlastung im Vollkontaktgips. Nach Abheilung ist eine druckentlastende Schuhzurichtung erforderlich, evtl. zusätzlich eine Antibiotikatherapie.
Schlecht versorgte oder entzündete Geschwüre können schließlich zur Ausdehnung in die Tiefe, oft sogar mit Befall des Knochens (Osteomyelitis) führen. Eine schwere Osteomyelitis kann eine Amputation der betroffenen Fußanteile erforderlich machen.
Eine besonders schwere Form der Fußfehlstellung beim Diabetiker ist der "Charcot-Fuß", durch zuckerbedingte Nervenzerstörung und fehlendes Empfinden kommt es zu Knochenbrüchen -Verformung und -Auflösung. Auch hier fehlen Schmerzen - was oft dazu führt, dass erst bei weit fortgeschrittenen Befunden ein Arzt aufgesucht wird. Die Therapie kann konservativ oder operativ erfolgen, je nach Befund. Ähnlich problematisch können Folgen von fortgeschrittenen Gefäßerkrankungen sein: Entzündungen und schlecht heilende, tiefe Wunden, die eine Hauttransplantation oder Amputation erforderlich machen.
Die Betreuung von Diabetikern und Patienten mit Gefäßerkrankungen wird im Lubinus Clinicum sehr effizient im interdisziplinären Team (bestehend aus Orthopäden, Internisten, Gefäßspezialisten, Wundexperten und Dermatologen) durchgeführt. Es existiert eine eigene Sprechstunde für Patienten mit Diabetes oder Gefäßerkrankungen.