Fußdeformitäten
Am häufigsten ist der Plattfuß, Kombinationen mit anderen Fehlstellungen sind möglich. Während diese Fehlstellung bei Kindern häufig auftritt und mit Einlagenversorgung etc. meist ausreichend behandelt werden kann, muß bei einem Weiterbestehen nach Abschluss des Knochenwachstums (also beim Jugendlichen) in der Regel operiert werden, um Folgeprobleme zu vermeiden: Beim Plattfuß fällt das gesamte Fußskelett zusammen, was zur Verminderung der Statik und Belastbarkeit des Fußes sowie in der Folge zur Arthrosenbildung führt. Es gibt neben diesen angeborenen Formen weitere Ursachen, z.B. Lähmungen (Kinderlähmung), Rheuma, Unfallfolgen (Fersenbeinbruch), Band- und Sehnenschwäche (Tibialis posterior-Insuffizienz), Übergewicht etc.
Es besteht aber nicht immer Übereinstimmung zwischen der Schwere des Fehlstellung und den tatsächlich auftretenden Beschwerden. Bei schwereren Fällen oder nach jahrelanger erfolgloser konservativer Therapie und weiterbestehenden Beschwerden sind operative Maßnahmen erforderlich: Je nach Ursache wird der Fuß an den Weichteilen (Bänder, Sehnen) und/oder auf Knochenebene (Winkelkorrektur oder Versteifung von Rückfußgelenken) korrigiert. Das Ziel der operativen Versorgung ist die Wiederherstellung der Fußwölbung, der Statik und das Erreichen einer gleichmäßigen Druckverteilung an der Sohle. Gerade beim jungen Patienten müssen Nutzen und Risiken einer Operation sorgfältig abgewogen werden und ein Eingriff nur durch einen erfahrenen Operateur in einem fußchirurgischen Zentrum durchgeführt werden! In unserer Abteilung werden auch komplexe Fußkorrekturen nach ausführlicher Beratung des Pat. bzw. der Angehörigen und entsprechenden Voruntersuchungen durchgeführt.
Die Liegezeit im Krankenhaus beträgt 1 bis 2 Wochen. Nach der Operation ist in einigen Fällen das Tragen eines Spezialschuhes möglich, ansonsten muß ein Gips getragen werden. Nach einigen Wochen werden Röntgenbilder angefertigt und schrittweise die Belastung gesteigert und schließlich auf den Normalschuh übergegangen. Eine Materialentfernung ist meist nicht erforderlich.